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Haus Opherdicke

Conrad Felixmüller

Kunst ist eine historische Angelegenheit

Conrad Felixmüller, Bildnis Londa mit Feldmann-Schmuck (Ausschnitt), 1924, Aquarell, VG Bildkunst, Bonn 2016
Conrad Felixmüller, Der sorbische Geiger (von Crostwitz), 1949, Holzschnitt, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Hinweis: Verlängerung der Ausstellung bis zum 26. März 2017

25. September 2016 bis 26. Februar 2017

In einem bemerkenswerten Finale verabschiedet sich der langjährige Ausstellungsmacher und Kultur-Fachbereichsleiter des Kreises Unna Thomas Hengstenberg aus seinem Amt.

Unter dem Titel »Kunst ist eine historische Angelegenheit«, einem Zitat von Conrad Felixmüller aus dem Jahr 1924, präsentiert der Kreis Unna mit mehr als 100 Arbeiten das Werk des Malers, Zeichners und Grafikers auf Haus Opherdicke. Conrad Felixmüller (1897-1977) gehört zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation. Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit zeigen seine Bilder einfühlsame Porträts und spiegeln Szenen des Alltags wider, insbesondere sozialkritische Darstellungen des Arbeitermilieus.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung wird er 1914 als Meisterschüler von Carl Bantzer an der Königlichen Kunstakademie Dresden aufgenommen. Schon im Alter von 18 Jahren arbeitet Conrad Felixmüller als freischaffender Künstler, wobei Kunst und politische wie soziale Verantwortung für ihn untrennbar miteinander verknüpft sind. 1919 wird er Gründungsmitglied der Dresdner Sezession und Mitglied der Novembergruppe. Im gleichen Jahr heiratet seine Schwester Hanna den Maler Peter August Böckstiegel. Beide Künstler verbindet lebenslang eine intensive und inspirierende Freundschaft.

1920 wird Conrad Felixmüller der sächsische Staatspreis verliehen, der mit einem Stipendium für einen zweijährigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom verbunden ist. Er bittet darum, diese Zeit im Ruhrgebiet verbringen zu dürfen, um dort intensive Studien zu betreiben. 1933 gerät Felixmüller in das Visier der Nationalsozialisten. Er wird mit 40 Werken in der Dresdener Ausstellung „Entartete Kunst" gezeigt, mehr als 150 seiner Arbeiten werden bis 1939 vernichtet. Den Wiederaufbau nach 1945 erlebt der Künstler in der damaligen DDR. 1949 wird Felixmüller als Professor an die Pädagogische Fakultät der Universität Halle berufen, wo er bis 1961 lehrt. Im Jahr 1967 zieht er nach Berlin-Zehlendorf (Westberlin) um und verbringt dort zehn weitere, erfüllte Schaffensjahre. Am 24. März 1977 stirbt Conrad Felixmüller am Schreibtisch seines Berliner Ateliers.

Mit bedeutenden Leihgaben aus der Familie und dem Freundeskreis des Künstlers sowie den Sammlungen Wilke, Brabant und Bunte wie auch dem P. A. Böckstiegel-Freundeskreis e. V. und dem Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt durch das Œuvre dieses beeindruckenden Künstlers.

Sigrid Zielke-Hengstenberg M. A.,
Kulturreferentin

 

 

Auskunft

Haus Opherdicke

Dorfstraße 29
59439 Holzwickede
Fon 0 23 01 / 91 83 97 2 (Kasse)
(während der Öffnungszeiten)
Fon 01 71 / 7 44 78 53
Weitere Information

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag | 10.30 bis 17.30 Uhr

Öffentliche Führungen

Sonntag 11.30 Uhr | 14.30 Uhr

Eintritt

4 Euro | ermäßigt 3 Euro
Familienkarte 8 Euro
Kinder unter 14 Jahren frei
Jahreskarte 20 Euro
Gruppen ab 10 Personen zahlen den ermäßigten Eintritt.